Ich sitze auf einem Felsvorsprung und schaue in die Ferne. Die Sonne geht langsam unter und färbt den Himmel in ein sattes Rot. Ich bin müde, aber ich kann nicht schlafen. Ich bin noch immer nicht sicher, ob das alles nur ein Traum war.
Ich erinnere mich noch daran, wie ich im Fahrstuhl saß und die Türen sich plötzlich öffneten. Ich trat heraus und sah einen riesigen Abgrund vor mir. Es war kein Boden, sondern ein tiefes Loch, das in die Dunkelheit hinabstürzte. Ich roch einen süßen, verlockenden Geruch, der aus dem Loch kam. Er war so stark, dass ich fast ohnmächtig wurde.
Dann sah ich eine Gestalt in der Dunkelheit. Sie war groß und schlank und trug ein schwarzes Abendkleid. Ihr Gesicht war von Schatten verdeckt. Sie streckte ihre Hand nach mir aus.
Soll ich ihre Hand nehmen?
Natürlich.
Ich strecke meine Hand aus und nehme ihre. Sie ist kalt und klamm. Sie zieht mich in die Dunkelheit hinein.
Ich rufe um Hilfe, aber niemand hört mich. Ich stürze immer tiefer in die Dunkelheit. Ich weiß, dass ich sterben werde.
Dann spüre ich einen Schmerz in meinem Hals. Ich halte meine Hand darauf und fühle etwas Warmes und Feuchtes. Ich weiß, dass ich gebissen wurde.
Ich falle tiefer und tiefer in die Dunkelheit. Ich kann nicht mehr atmen. Ich bin so schwach, dass ich mich nicht mehr wehren kann.
Dann spüre ich einen neuen Schmerz. Es ist ein stechender Schmerz in meiner Brust. Ich spüre, wie etwas aus mir herausquillt. Ich weiß, dass ich sterbe.
Ich falle weiter und weiter in die Dunkelheit. Ich bin tot.
Oder bin ich es nicht?
Ich bin mir nicht sicher, was passiert ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich gestorben bin und nun ein Vampir bin. Aber ich weiß, dass ich in einer anderen Welt bin. Eine Welt, in der Vampire real sind.
Ich habe noch viel zu lernen über diese Welt. Ich muss herausfinden, wer ich bin und was ich hier tue. Aber ich bin entschlossen, zu überleben.
Ich stehe auf und beginne zu gehen. Ich weiß nicht, wohin ich gehe, aber ich muss etwas tun. Ich muss herausfinden, was die Wahrheit ist.
Ich gehe durch den Wald und komme zu einer kleinen Stadt. Die Stadt ist verlassen und verfallen. Die Häuser sind zerfallen und die Straßen sind mit Unkraut überwuchert.
Ich gehe durch die Stadt und suche nach jemandem, der mir helfen kann. Aber ich finde niemanden. Die Stadt ist wie ausgestorben.
Ich bin allein. Ich bin verloren. Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich setze mich auf eine Bank und starre in die Ferne. Ich bin müde und verzweifelt. Ich will einfach nur nach Hause.
Plötzlich höre ich ein Geräusch. Ich drehe mich um und sehe eine Gestalt in der Dunkelheit.
Die Gestalt kommt näher und ich kann erkennen, dass es ein Mann ist. Er ist groß und schlank und trägt einen schwarzen Mantel. Sein Gesicht ist von Schatten verdeckt.
“Wer bist du?”, frage ich.
“Ich bin derjenige, der dir helfen kann”, sagt der Mann.
“Hilf mir?”, frage ich. “Wie?”
“Ich werde dir die Wahrheit sagen”, sagt der Mann. “Ich werde dir sagen, was hier passiert.”
Ich nicke. Ich bin bereit, alles zu hören.
“Du bist in einer Welt der Vampire”, sagt der Mann. “Du bist tot, aber du bist nicht wirklich gestorben. Du bist ein Vampir.”
Ich bin geschockt. Ich kann das nicht glauben.
“Aber warum?”, frage ich. “Warum bin ich ein Vampir?”
“Weil du es gewählt hast”, sagt der Mann. “Du hast die Gestalt in der Dunkelheit genommen. Du hast den Biss akzeptiert.”
Ich verstehe. Ich habe es selbst gewählt. Ich habe es gewollt.
“Und jetzt?”, frage ich. “Was passiert jetzt?”
“Jetzt musst du lernen, wie man ein Vampir ist”, sagt der Mann. “Du musst lernen, wie man in dieser Welt überlebt.”
Ich nicke. Ich bin bereit, zu lernen.
“Ich werde dir helfen”, sagt der Mann. “Ich werde dir beibringen, was du wissen musst.”
Last Updated on December 29, 2023
by DaF Books