Der verlorene Sternenfalke

Szene 1: Die Heimkehr

Eine Deutsch als Fremdsprache Kurzgeschichte

Jax Drama kehrte nach Monaten im All auf seinen Heimatplaneten zurück. Seine Haut war von der Strahlung der Sterne gezeichnet und seine Hände zeugten von der Arbeit an Bord des Raumschiffs. Er trug eine einfache Pilotenuniform und einen abgenutzten Rucksack voller Andenken aus fernen Welten.

Als er die Landeplattform betrat, sah er seine Schwester Sil vor dem Familienquartier stehen. Sie war eine strahlende Erscheinung mit langen, dunklen Haaren und leuchtend blauen Augen, die im Licht der zwei Monde funkelten. Sie lächelte breit, als sie ihn erblickte, und eilte auf ihn zu.

“Jax!” rief sie. “Du bist endlich zurück!”

Die Geschwister umarmten sich herzlich. Jax spürte, wie sich ihre Arme um ihn schlangen und ihre Wärme ihn durchdrang. Es war ein Gefühl von Heimat.

“Ich habe dich so vermisst”, sagte er.

“Ich dich auch”, erwiderte sie. “Komm, Mutter und Vater warten schon.”

Jax folgte ihr ins Innere. Dort saßen seine Eltern in der Wohnkapsel und aßen gerade ihre Nährstoffrationen. Sie blickten auf, als er eintrat, und ihre Gesichter erhellten sich.

“Jax!” rief sein Vater. “Mein Junge, du bist wieder da!”

Sie erhoben sich und umarmten ihn. Jax fühlte sich sicher und geborgen in der Umarmung seiner Familie.

“Nimm Platz”, sagte seine Mutter. “Wir haben extra Synthetik-Protein für dich synthetisiert.”

Jax setzte sich und lauschte den Erzählungen seiner Familie über die Geschehnisse während seiner Abwesenheit. Er genoss das familiäre Beisammensein und die vertrauten Stimmen.

Szene 2: Das Geheimnis

Nach der Mahlzeit zog sich Jax mit Sil in seine Schlafkapsel zurück. Sie setzten sich auf sein Bett und begannen zu plaudern.

“Was hast du da draußen alles erlebt?”, fragte Sil neugierig.

“Ich habe viele Planeten bereist”, begann Jax. “Ich war auf Asteroiden, in Nebeln und in pulsierenden Metropolen des Alls. Ich habe unzählige Wesen getroffen und unglaubliche Dinge gesehen.”

“Das klingt nach einem großen Abenteuer”, sagte Sil. “Erzähl mir alles.”

Jax berichtete von seinen Erlebnissen. Von den Asteroiden, die er erkundet hatte, den Nebeln, die er durchquert hatte, und den Städten, die er besucht hatte. Er sprach von den außerirdischen Kulturen, die er kennengelernt hatte, und den Weisheiten, die er gesammelt hatte.

Sil lauschte gebannt. Sie war von seinen Geschichten fasziniert.

“Es scheint, als hättest du eine tolle Zeit gehabt”, bemerkte sie.

“Ja, das hatte ich”, bestätigte Jax. “Ich habe die Freiheit des Alls vermisst.”

“Ich kann mir vorstellen, wie schwer es dir gefallen sein muss, zu gehen“, sagte Sil. “Aber es war notwendig.”

“Ja, das war es”, stimmte Jax zu. “Aber jetzt bin ich zurück, und ich plane nicht, wieder zu gehen.”

Plötzlich verstummte Jax. Sein Blick fiel auf eine leere Stelle an der Wand. Dort, wo früher sein treuer Sternenfalke, ein kleiner Roboter-Vogel, auf seiner Ladestation ruhte, war nun eine gähnende Leere.

“Wo ist mein Sternenfalke?”, fragte Jax abrupt. Seine Stimme war angespannt.

Sil zögerte einen Moment. “Mutter hat ihn verkauft”, sagte sie leise.

Jax starrte sie ungläubig an. “Verkauft? Aber warum?”

Sil senkte den Blick. “Sie meinte, du würdest ihn nicht mehr benötigen.”

Jax spürte, wie Ärger in ihm hochkochte. Der Sternenfalke war mehr als nur eine Maschine für ihn gewesen. Er war sein Begleiter, sein Freund auf einsamen Raumfahrten.

“Ich brauche ihn!”, rief er aus. “Wo ist er jetzt?”

Sil biss sich auf die Lippe. “Ich weiß es nicht”, gestand sie. “Mutter sagte, sie hat ihn an einen Händler aus der Nachbarkolonie verkauft.”

Jax wollte weiterfragen, doch in diesem Moment öffnete sich die Tür und seine Mutter trat ein. Sie trug ein Tablett mit synthetischem Tee und Energieriegeln.

“Jax”, sagte sie mit einem Lächeln. “Ich habe dir deinen Lieblingstee zubereitet.”

Jax starrte sie an, unfähig zu sprechen. Er wollte sie zur Rede stellen, aber die Worte blieben ihm im Hals stecken. Er war unsicher, ob er ihr noch vertrauen konnte.

“Danke, Mutter”, murmelte er schließlich.

Sie stellte das Tablett auf einem kleinen Tisch ab und strich ihm sanft über die Wange.

“Du siehst erschöpft aus”, bemerkte sie. “Ruhe dich aus. Morgen ist auch noch ein Tag.”

Jax nickte stumm. Er wollte mehr über den Verbleib seines Sternenfalken erfahren, doch die Müdigkeit übermannte ihn.

“Gute Nacht”, sagte er leise und legte sich hin.

Seine Mutter verließ die Kapsel und schloss die Tür hinter sich. Jax lag im Dunkeln und starrte an die Decke. Der Gedanke an seinen Sternenfalken ließ ihn nicht los. Wo mochte er sein? Würde er ihn jemals wiederfinden?

Schließlich schlief er ein, doch seine Träume waren erfüllt von Bildern seines verlorenen Robotervogels.

Wird Jax seinen Sternenfalken wiederfinden?

Szene 3: Die Suche

Am nächsten Morgen erwachte Jax mit einem festen Entschluss. Er würde seinen Sternenfalken zurückholen, koste es, was es wolle. Nach einem schnellen Frühstück aus Nährstoffriegeln und synthetischem Saft machte er sich auf den Weg zur Nachbarkolonie.

Die Reise war nicht einfach. Jax musste einen alten Transporter benutzen, der schon bessere Tage gesehen hatte. Die Maschine ratterte und stotterte, aber Jax war entschlossen. Während des Fluges über die karge Landschaft des Planeten dachte er an die vielen Abenteuer, die er mit seinem Sternenfalken erlebt hatte.

Als er die Nachbarkolonie erreichte, begann er sofort mit der Suche. Er fragte jeden Händler und jeden Passanten nach dem Roboter-Vogel, aber niemand konnte ihm weiterhelfen. Stunden vergingen, und Jax fühlte, wie die Hoffnung schwand.

Doch dann, als er schon aufgeben wollte, traf er auf eine alte Frau, die in einer Ecke des Marktes saß. Sie war von alten Maschinenteilen umgeben und schien etwas zu reparieren.

“Entschuldigung”, sagte Jax. “Ich suche nach einem Sternenfalken, einem kleinen Roboter-Vogel. Haben Sie so etwas gesehen?”

Die alte Frau blickte auf und musterte ihn. “Einen Sternenfalken, sagst du? Ja, so ein Gerät wurde mir vor einigen Tagen gebracht. Aber ich habe ihn nicht mehr.”

Jax’ Herz sank. “Wissen Sie, wo er jetzt ist?”

Die Frau nickte. “Ich habe ihn an einen Sammler verkauft, der sich für seltene und antike Maschinen interessiert. Er lebt auf einem Asteroiden nicht weit von hier.”

Mit diesen Informationen machte sich Jax sofort auf den Weg zum Asteroiden. Die Reise war gefährlich, denn der Asteroidengürtel war voller unvorhersehbarer Trümmer und Strahlungsfelder. Doch Jax war ein erfahrener Pilot und manövrierte geschickt durch die Gefahren.

Auf dem Asteroiden angekommen, fand er den Sammler, einen exzentrischen alten Mann, der inmitten seiner Schätze lebte. Jax erklärte ihm die Situation und bat darum, seinen Sternenfalken zurückkaufen zu dürfen.

Der Sammler war zunächst zögerlich, aber als er Jax’ Leidenschaft und die tiefe Verbundenheit zu dem Roboter-Vogel sah, willigte er ein. “Ich sehe, dass er dir mehr bedeutet als nur ein Objekt”, sagte der Sammler. “Du kannst ihn haben.”

Überglücklich nahm Jax seinen Sternenfalken in die Arme. Der Roboter-Vogel piepte fröhlich, als er seine vertraute Stimme hörte.

Szene 4: Das Wiedersehen

Mit seinem Sternenfalken sicher verstaut, kehrte Jax zurück zu seinem Heimatplaneten. Als er wieder zu Hause ankam, wartete Sil bereits auf ihn.

“Du hast ihn gefunden!”, rief sie aus und umarmte ihn.

“Ja”, sagte Jax lächelnd. “Wir sind wieder vereint.”

Seine Familie versammelte sich um ihn, und sie feierten die Rückkehr des Sternenfalken mit einem Festmahl. Jax erzählte von seiner Suche und dem Abenteuer, das er erlebt hatte.

In dieser Nacht, als Jax in seiner Schlafkapsel lag, fühlte er sich vollkommen. Der Sternenfalke ruhte auf seiner Ladestation, und Jax wusste, dass er nie wieder von seiner Seite weichen würde.

Ende

Jax hatte seinen treuen Begleiter zurückgewonnen und mit ihm ein Stück seines Herzens. Die Bindung zwischen Mensch und Maschine war stark, und sie würden viele weitere Abenteuer im All zusammen erleben. Doch für den Moment genossen sie die Ruhe und das Glück des Wiedersehens.


Alle Personen und Ereignisse in diesem Werk sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen, lebenden oder verstorbenen Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.

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