Der Fahrstuhl ins Ungewisse: Part 2

Ich stehe in einem klapprigen Fahrstuhl, eingeklemmt zwischen Fremden. Der Fahrstuhl schwankt und ruckelt, während er in die Tiefe des verlassenen Hochhauses hinabsteigt.

Die Luft ist zum Bersten vollgepumpt mit Angst und Spannung. Wir alle wissen, dass etwas nicht stimmt.

Die Menschen um mich herum beginnen, ihre Geheimnisse auszuplaudern. Sie erzählen von ihren schrecklichsten Ängsten und ihren dunkelsten Wünschen.

Ich fühle, wie sich die Luft um mich herum verdichtet. Ich spüre etwas Unsichtbares, das an den Wänden des Fahrstuhls entlang kriecht.

Der Fahrstuhl ächzt und stöhnt, als er weiter absinkt. Mein Herz rast vor Angst.

Plötzlich geht das Licht aus. Ich bin völlig erschrocken.

Dann öffnen sich die Türen. Ich sehe einen Abgrund vor mir. Er ist tief und schwarz und scheint endlos zu sein. Er ist hungrig nach unseren Ängsten und unseren Wünschen.

Soll ich aussteigen?

Ich zögere. Ich weiß nicht, was ich tun soll.

Ich schaue die anderen Fahrstuhlinsassen an. Sie alle schauen mich mit ängstlichen Augen an.

Ich weiß, dass ich eine Entscheidung treffen muss.

Ich reiße mich zusammen und steige aus dem Fahrstuhl.

Die Türen schließen sich hinter mir. Ich bin allein im Dunkeln.

Ich folge dem Rand des Abgrunds. Ich weiß nicht, wohin ich gehe, aber ich habe das Gefühl, dass ich hierher gehöre.

Ich gehe weiter und weiter. Die Luft wird immer kälter und feuchter.

Ich höre ein leises Rauschen. Es ist das Rauschen der Zeit, die vergeht.

Ich höre ein lautes Kreischen. Es ist das Kreischen meiner Ängste.

Ich höre ein leises Flüstern. Es ist das Flüstern meiner Wünsche.

Ich gehe weiter und weiter. Ich weiß nicht, wohin ich gehe, aber ich weiß, dass ich es finden werde.

Ich finde es.

Es ist ein Licht. Es ist ein kleines Licht in der Dunkelheit.

Ich gehe auf das Licht zu.

Als ich näher komme, sehe ich, dass es eine Tür ist.

Ich öffne die Tür.

Draußen ist es hell.

Ich atme tief durch.

Ich bin frei.

Ich bin frei von meinen Ängsten.

Ich bin frei von meinen Wünschen.

Ich bin frei.

Ende

Wörterliste

  • klapprig: wackelig, instabil
  • schwanken: hin und her bewegen
  • ruckeln: unregelmäßig bewegen
  • ächzen: ein langgezogenes, klagendes Geräusch von sich geben
  • stöhnen: ein langgezogenes, klagendes Geräusch von sich geben
  • ausplaudern: etwas, was man geheim halten sollte, erzählen
  • schrecklich: sehr schlimm, furchtbar
  • dunkel: ohne Licht, schwarz
  • hungrig: gierig, verlangend
  • verdichtet: wird dichter
  • kriecht: bewegt sich langsam und vorsichtig vorwärts
  • rasten: sehr schnell schlagen
  • zögern: nicht sofort entscheiden
  • reißen: mit Gewalt losreißen
  • folge: gehe hinterher
  • rand: Außengrenze
  • folgen: hinterhergehen
  • ängstlich: voller Angst
  • reiße mich zusammen: überwinde meine Angst
  • folge dem Rand: gehe am Rand entlang
  • weiß: bin mir sicher
  • gehöre: bin richtig
  • kälter: hat eine niedrigere Temperatur
  • feucht: enthält viel Feuchtigkeit
  • Rauschen: unregelmäßiges Geräusch
  • Kreischen: sehr lautes, durchdringendes Geräusch
  • leise: nicht laut
  • Flüstern: sehr leises Sprechen
  • finde: entdecke
  • kleines Licht: schwaches Licht
  • gehe auf das Licht zu: nähere mich dem Licht
  • näher komme: nähere mich
  • sehe: erkenne
  • Tür: Öffnung in einer Wand, durch die man hindurchgehen kann
  • öffne: mache auf
  • Draußen: außerhalb des Gebäudes
  • hell: mit viel Licht
  • atme tief durch: hole tief Luft
  • frei: nicht mehr gefangen
  • Ängsten: Gefühle der Furcht
  • Wünschen: Vorstellungen davon, was man gerne hätte

Last Updated on December 29, 2023
by DaF Books

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