Hör auf damit!

Eine Deutsch als Fremdsprache Kurzgeschichte

Mia war mit den Nerven am Ende. Den ganzen Tag hatte Kater Oskar nur Ärger gemacht. Angefangen hatte es damit, dass er sich partout weigerte, sein Trockenfutter zu fressen. Stattdessen miaute er stur vor seinem leeren Napf und starrte Mia mit großen, fordernden Augen an.

“Du bekommst nur Trockenfutter, Oskar”, erklärte Mia streng. “Nassfutter gibt es erst morgen wieder.”

Oskar schien das wenig zu interessieren. Er sprang auf die Arbeitsplatte und versuchte, mit seiner Pfote die Obstschale vom Tisch zu fegen. Mia reagierte blitzschnell und rettete die Äpfel und Bananen in letzter Sekunde.

“Oskar, nein!”, schimpfte sie. “Hör auf damit!”

Der sture Kater ließ sich nicht beirren. Er tigerte weiter durch die Wohnung, sprang auf Sofas und warf mit Wollknäueln um sich. Mia räumte hinter ihm auf, seufzte genervt und wünschte sich, Oskar wäre für einen Tag etwas weniger eigensinnig.

Gegen Abend bemerkte Mia dann, dass Oskar ungewöhnlich ruhig geworden war. Er lag zusammengekrümmt unter dem Bett und wirkte matt. Besorgt kniete sich Mia hin und lockte ihn mit seinem Lieblingsspielzeug hervor. Doch Oskar rührte sich nicht.

“Oskar?”, rief Mia besorgt. “Was ist denn los?”

Langsam kroch der Kater hervor. Er torkelte ein wenig und sein Miauen klang schwach. Da fiel Mia ein, dass Oskar den ganzen Tag nichts getrunken hatte. Sie füllte schnell seinen Wassernapf und stellte ihn neben ihn.

“Gib der sturen Katze etwas Wasser”, murmelte sie zu sich selbst und streichelte sanft seinen Kopf.

Widerwillig schleppte sich Oskar zum Napf und trank ein paar Schlucke. Mia beobachtete ihn weiter, bis er sich wieder unter dem Bett verkroch. Sie hoffte inständig, dass es ihm am nächsten Tag wieder besser gehen würde. Und insgeheim nahm sie sich vor, beim nächsten Mal etwas mehr Nassfutter zu besorgen. Vielleicht würde Oskar dann ja etwas weniger stur sein.


Alle Personen und Ereignisse in diesem Werk sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen, lebenden oder verstorbenen Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.

Willst du kein Essen?

Eine Deutsch als Fremdsprache Kurzgeschichte

Lisa saß am Fenster und beobachtete die Vögel im Garten. Neben ihr stand ihre alte Katze, Mieze. Normalerweise bettelte Mieze um diese Zeit immer lautstark nach ihrem Futter. Aber heute war alles anders. Mieze saß einfach nur da, starrte stur auf die Vögel und miaute kein einziges Mal.

“Mieze?”, fragte Lisa besorgt, “Bist du krank? Willst du kein Essen?”

Mieze hob mühsam den Kopf und schaute Lisa mit großen, grünen Augen an. Dann miaute sie ganz leise und deutete mit der Pfote Richtung Napf. Lisa schaute hinein. Leerer als leer. “Natürlich hast du ja wieder mal alles aufgefuttert”, murmelte sie und stand auf, um neues Katzenfutter zu holen.

Während sie den Napf füllte, bemerkte sie, dass Miezes Wassernapf auch komplett leer war. “Hast du etwa vergessen zu trinken, du sture Katze?”, fragte sie und füllte auch den Wassernapf neu.

Sie stellte beides vor Mieze hin. Doch die Katze rührte sich nicht vom Fleck. “Gib der sturen Katze etwas Wasser”, murmelte Lisa genervt und goss vorsichtig etwas Wasser aus dem Napf auf den Boden.

Mieze beobachtete das Wasser misstrauisch. Dann, ganz langsam, streckte sie ihre rosa Zunge heraus und trank ein paar Tropfen. Zufrieden stellte Lisa den Napf wieder hin. “So ein sturer Dickkopf”, sagte sie und streichelte Mieze sanft hinter den Ohren. Mieze schnurrte leise und begann endlich, aus ihrem Napf zu trinken. Lisa lächelte. Stur hin oder her, sie hatte ihre Mieze lieb.


Alle Personen und Ereignisse in diesem Werk sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen, lebenden oder verstorbenen Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.

Die sture Luna

Eine Deutsch als Fremdsprache Kurzgeschichte

Mia klapperte mit den Näpfen. Leere Näpfe. Wieder einmal hatte die sture Luna ihr Trockenfutter verschmäht. Mia kannte das Spielchen schon. Luna, ihre schwarz-weiße Katze, war die Königin der Sturheit. Jeden Morgen dasselbe Theater.

“Luna,” seufzte Mia, “du musst etwas essen. Du wirst ja so dünn wie ein Stürzchen.” Luna gähnte ausgiebig und streckte sich genüsslich auf dem flauschigen Teppich.

Mia stellte neue Näppchen hin, diesmal mit leckerem Nassfutter. Luna beäugte es misstrauishly. “Na toll,” brummelte Mia, “jetzt ist es ihr wieder nicht fein genug.”

Genervt goss Mia etwas Wasser in einen extra Napf. “Gib der sturen Katze wenigstens etwas Wasser,” murmelte sie und stellte den Napf neben das Futter. Luna räkelte sich weiter, scheinbar völlig unbeeindruckt vom Hunger.

Mia machte sich fertig für die Arbeit. Als sie wieder in die Küche kam, war der Wassernapf leer. Luna putzte sich genüsslich das Fell. “Na endlich,” sagte Mia und kraulte sie hinter den Ohren. “Vielleicht bist du ja doch nicht ganz so stur, wie du immer tust.” Luna schnurrte und strich mit ihrem Kopf an Mias Beinen. Mia grinste. Sie wusste, insgeheim war Luna doch ihre liebste Sturrkopfkatze.


Alle Personen und Ereignisse in diesem Werk sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen, lebenden oder verstorbenen Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.