Asche und Blut

Ich krieche durch die Trümmer der Stadt, die einst ein lebendiger Organismus war, nun aber ein Friedhof für die Besten der Menschheit. Die Luft ist stickig und verbrannt, und der Rauch der brennende Häuser bedeckt die Sonne in einem blutroten Schleier.

Um mich herum herrscht Chaos. Untote Gestalten huschen durch die Straßen, ihre leeren Augen leuchten in der Dunkelheit. Ihre Stimmen sind heisere Krächzten, die mir Schauer über den Rücken jagen.

Ich schieße mit meiner Pistole, aber die Kugeln scheinen sie nicht zu berühren. Sie strömen auf mich zu wie eine unaufhaltsame Welle, ihre stinkenden Körper drücken mich an die Wand.

Ich rufe nach Hilfe, aber meine Stimme wird von dem Lärm der Stadt verschluckt. Ich bin allein, gefangen in diesem Albtraum.

Plötzlich höre ich einen Knall in der Ferne. Ein Lichtblitz erhellt den Himmel, und ein Feuerball schleudert sich durch die Luft. Er trifft ein großes Gebäude, das in Flammen aufgeht und den Himmel in noch helleres Blutrot taucht.

Die Untoten schreien auf und stürzen sich in die Flammen. Sie scheinen vor Schmerz zu schreien, aber ich kann es nicht sagen, denn ihre Stimmen sind nur ein heiseres Gemurmel.

Ich sehe, wie ein riesiger Schatten aus dem Feuer steigt. Es ist eine riesige, feuerspeiende Bestie, ihre Augen glühen wie Kohlen. Sie schreit und tötet die Untoten mit ihren Krallen.

Ich bin fassungslos. Wer ist diese Kreatur? Ist sie Freund oder Feind?

Die Bestie starrt mich an, und ich kann ihre Augen in meinem Innern spüren. Sie sind kalt und bedrohlich, und ich weiß, dass ich nicht in ihre Gewalt fallen darf.

Ich muss fliehen. Ich muss aus dieser Stadt fliehen, bevor es zu spät ist.

Ich stehe auf und renne durch die Trümmer, die Bestie hechelt mir auf den Fersen. Ich kann ihre Hitze spüren, ich kann ihren Atem hören.

Ich renne durch die Straßen, die mit Leichen übersägt sind, und ich schreie vor Angst. Ich will nicht sterben. Ich will leben.

Ich renne weiter und weiter, bis ich nicht mehr kann. Ich falle zu Boden und schaue in den Himmel. Die Sonne ist fast untergegangen, und der Himmel ist noch immer blutrot.

Ich habe es geschafft. Ich habe die Stadt überlebt. Aber was wird als nächstes passieren?

Wird die Bestie mich finden? Werden die Untoten mich töten? Oder werde ich endlich Frieden finden?

Ich weiß es nicht. Aber ich werde es herausfinden.

Ashes and Blood

I crawl through the ruins of the city that was once a living organism, but is now a graveyard for the best of humanity. The air is stuffy and scorched, and the smoke from the burning buildings covers the sun in a blood-red haze.

Chaos reigns around me. Undead figures scurry through the streets, their empty eyes glowing in the darkness. Their voices are hoarse croaks that send shivers down my spine.

I shoot with my pistol, but the bullets don’t seem to touch them. They surge towards me like an unstoppable wave, their stinking bodies pinning me to the wall.

I call out for help, but my voice is swallowed up by the noise of the city. I am alone, trapped in this nightmare.

Suddenly I hear a bang in the distance. A flash of light illuminates the sky and a fireball hurls itself through the air. It hits a large building, which bursts into flames and bathes the sky in even brighter blood red.

The undead scream and throw themselves into the flames. They seem to scream in pain, but I can’t tell because their voices are just a hoarse murmur.

I see a huge shadow rise from the fire. It is a huge, fire-breathing beast, its eyes glowing like coals. It screams and kills the undead with its claws.

I am stunned. Who is this creature? Is it friend or foe?

The beast stares at me and I can feel its eyes inside me. They are cold and menacing, and I know that I must not fall into its grip.

I must flee. I have to flee this city before it’s too late.

I get up and run through the rubble, the beast panting at my heels. I can feel its heat, I can hear its breath.

I run through the streets littered with corpses and I scream in fear. I don’t want to die. I want to live.

I keep running and running until I can’t anymore. I fall to the ground and look up at the sky. The sun has almost set and the sky is still blood red.

I have made it. I have survived the city. But what will happen next?

Will the beast find me? Will the undead kill me? Or will I finally find peace?

I do not know. But I will find out.

Last Updated on December 28, 2023
by DaF Books

Der Künstler und die Nacht

Ich bin ein Graffiti-Künstler, bekannt für meine schimmernden, irisierenden Wandmalereien auf verlassenen Gebäuden. Ich liebe es, die leeren Flächen mit meinen Farben zu beleben, ihnen Leben einzuhauchen.

Eines Nachts streife ich durch die Straßen der Stadt, suchend nach neuen Objekten für meine Kunst. Ich komme an einer alten, verlassenen U-Bahnstation vorbei. Ein Schauer läuft mir über den Rücken, als ich durch die dunklen Gänge gehe. Ich sehe eine verrostete Tür, an der ein Schild hängt: “Betreten verboten!”. Ich ignoriere das Schild und gehe durch die Tür.

Ich stehe in einem Tunnel, der tief unter der Erde verläuft. Der Tunnel ist dunkel und kalt. Ich höre ein leises Geräusch. Ich gehe weiter, bis ich zu einer Lichtquelle komme. Ich sehe ein leuchtendes Wesen, das an der Wand sitzt. Das Wesen ist durchsichtig und amorph. Es hat keine Arme oder Beine, nur ein großes, leuchtendes Auge.

Das Wesen spricht zu mir. Es sagt, dass es meine Kunst sehr mag und dass ich ein großes Talent habe. Das Wesen bietet mir an, mir zu helfen, meine Karriere voranzutreiben. Ich kann erfolgreich werden und meine Kunst in der ganzen Welt zeigen. Aber es gibt einen Preis: Ich muss dem Wesen ein Stück meines künstlerischen Genies geben.

Ich zögere, aber ich bin verlockt von der Aussicht auf Erfolg. Ich stimme dem Deal zu. Das Wesen nimmt einen Teil meiner Seele und gibt mir dann ein Geschenk. Ich sehe eine Vision von mir selbst, wie ich auf einer großen Galerieausstellung stehe, umgeben von Menschen, die meine Kunst bewundern. Ich sehe mich, wie ich mit reichen und berühmten Menschen tanze. Ich fühle mich überglücklich.

Ich wache auf, zurück in der U-Bahnstation. Ich bin nicht mehr in der Vision. Ich sehe das Wesen immer noch vor mir. Es sagt mir, dass ich nun erfolgreich sein werde. Ich gehe aus der U-Bahnstation und in die Stadt. Ich fühle mich voller Energie und Kreativität. Ich weiß, dass ich jetzt alles erreichen kann.

Aber ich habe ein schlechtes Gefühl. Ich habe das Gefühl, dass ich etwas getan habe, was ich nicht hätte tun sollen. Ich habe ein Stück meines Selbst verkauft. Aber ich bin zu stolz, um es zuzugeben. Ich gehe weiter durch die Stadt, bis ich zu einer Galerie komme. Ich gehe hinein und frage nach dem Galeristen.

Der Galerist ist begeistert von meiner Kunst. Er sagt, dass er sie sofort ausstellen will. Ich unterschreibe einen Vertrag mit ihm. In den nächsten Monaten ist meine Kunst ein großer Erfolg. Ich werde berühmt und reich.

Aber ich bin nicht glücklich. Ich habe das Gefühl, dass ich etwas verloren habe. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr ich selbst bin. Ich bin nicht mehr der Künstler, der ich einmal war.

Eines Nachts gehe ich wieder in die alte U-Bahnstation. Ich gehe durch den Tunnel und komme zum Wesen. Ich sage dem Wesen, dass ich es nicht mehr will. Ich will meine Kunst zurück, das Stück meines Selbst, das ich verkauft habe.

Das Wesen sagt, dass es das nicht kann. Ich sage dem Wesen, dass ich es bereue, den Deal abgeschlossen zu haben. Ich habe es nicht verdient, erfolgreich zu sein.

Das Wesen sagt, dass es mir das Stück meines Selbst zurückgeben kann, aber es wird einen Preis haben. Der Preis ist, dass ich das Wesen wiedersehen muss, jeden Tag, für den Rest meines Lebens.

Ich überlege kurz. Dann sage ich dem Wesen, dass ich es akzeptiere. Ich will mein Stück meines Selbst zurück.

Das Wesen nimmt einen Teil seiner Seele und gibt mir dann ein Geschenk. Ich sehe eine Vision von mir selbst, wie ich in einem verlassenen Gebäude stehe, umgeben von leeren Wänden. Ich sehe mich, wie ich mit einem Schlauch Farbe auf die Wände sprühe. Ich fühle mich leer und unglücklich.

Ich wache auf, zurück in der U-Bahnstation. Ich sehe das Wesen immer noch vor mir. Es sagt mir, dass ich nun wieder ein Künstler bin, aber ich werde nie wieder erfolgreich sein. Ich werde immer in der Dunkelheit leben, mit meiner Kunst, die niemand sehen wird.

Ich sage dem Wesen, dass ich das akzeptiere. Ich will mein Stück meines Selbst zurück, auch wenn es bedeutet, dass ich für immer unsichtbar bleiben muss.

Das Wesen nickt. Dann verschwindet es.

Ich bin jetzt wieder ein Künstler. Ich male immer noch auf verlassenen Gebäuden. Aber ich male nicht mehr für andere Menschen. Ich male nur für mich selbst.

Bin ich glücklich

Last Updated on December 28, 2023
by DaF Books