Was machst du da?

Der Morgen begrüßte sie mit salziger Luft und dem Rauschen der Wellen. Ben war bereits verschwunden. Lisa fand ihn am Strand, wo er konzentriert an etwas arbeitete. Neben ihm lagen Planen, Bretter und Werkzeug.

“Was machst du da?”, fragte sie neugierig.

Ben richtete sich auf und lächelte. “Ein Floß”, erklärte er und deutete auf die Konstruktion aus Holzplanken, die er mit Seilen zusammengebunden hatte. “Mit den Planen können wir ein Dach bauen. So sind wir vor der Sonne geschützt.”

Lisa war beeindruckt. “Gute Idee, Ben! Aber woher hast du das Holz?”

Ben kratzte sich am Kopf. “Ähm, sagen wir einfach, die verlassenene Strandhütte hat uns gestern Abend Gastfreundschaft gewährt.”

Lisa kicherte. Sie half Ben den Rest des Tages beim Bau des Floßes. Mit vereinten Kräften schraubten sie die Bretter mit Nägeln und Schrauben zusammen. Aus dem Restautoverdeck der Strandhütte hatten sie sogar ein altes Segel und ein Ruder mitgenommen.

Als die Sonne unterging, war das Floß fast fertig. Nur noch ein paar Kleinigkeiten fehlten. Lisa stopfte ihre Vorräte in die Plastikbehälter, die sie am Vortag am Strand gefunden hatte. Ben befestigte den Verbandskasten und den Feuerlöscher am Floß.

“So”, sagte er zufrieden, “morgen geht’s los!”

Plötzlich fiel Lisa ein wichtiger Gegenstand ein. Sie rannte zum Auto und kramte in ihrem Handschuhfach. “Fast vergessen!”, rief sie und schwenkte jubelnd eine Schachtel Streichhölzer.

Ben lachte. “Gut, dass du die hast. Sonst müssten wir wieder Feuer mit Benzin machen.”

Sie packten ihre restlichen Sachen zusammen und krochen unter die Plane, die über dem Floß gespannt war. Der Wind rauschte durch die Palmen und die Sterne funkelten am Nachthimmel.

“Spielen wir noch eine Runde Würfel?”, fragte Ben und holte das Glas mit den Würfeln aus seiner Tasche.

Lisa lächelte. “Aber sicher. Verlierer ist morgen für das Segel zuständig.”

Sie spielten im warmen Licht des Lagerfeuers, während die Wellen gegen das Floß plätscherten. Würfelten sie sich in eine ungewisse Zukunft oder in ein neues Abenteuer?

Die Strahlung ist hoch.

Lisa starrte sprachlos auf den Gegenstand in Bens Händen. In seiner Hand hielt er kein Monster, sondern ein kleiner schwarzer Kasten mit blinkenden Lichtern und einer Antenne.

“Was ist das?”, flüsterte sie.

“Ein Geigerzähler”, antwortete Ben ernst. “Ich habe ihn mitgenommen, als… als die Nachrichten anfingen, komisch zu werden.”

Lisa schluckte. “Und? Was zeigt er an?”

Ben hielt den Geigerzähler näher an die Küste. Das monotone Piepen wurde schneller.

“Das ist nicht gut”, sagte er besorgt. “Die Strahlung ist hier viel zu hoch.”

Enttäuschung und Angst breiteten sich in Lisa aus. Hatten sie die ganze Reise umsonst gemacht?

“Was machen wir jetzt?”, fragte sie.

Ben dachte nach. “Wir brauchen Unterschlupf. Irgendwo, wo wir uns vor der Strahlung schützen können.”

Sie begannen, die Gegend zu erkunden. Hinter einigen verlassenen Häusern entdeckten sie einen kleinen, halb verfallenen Schuppen. Das Dach war löchrig, aber die Wände schienen einigermaßen stabil zu sein.

“Das könnte funktionieren”, meinte Ben.

Mit vereinten Kräften machten sie sich an die Arbeit. Lisa stopfte die Löcher im Dach mit dem Rest der Toilettenpapierrollen und sicherte sie mit dem Unkrauttrimmerfaden. Ben hämmerte mit Hilfe des Brecheisens und der Nägel ein paar Bretter auf die Fensteröffnungen.

Als nächstes suchten sie nach brauchbaren Dingen im Hausmüll. Lisa fand eine alte, rostige Pfanne und einen verbeulten Plastikkübel. Ben wühlte einen kaputten Regenschirm und ein Stück Seilschaft hervor.

Draußen sammelten sie flache Steine und Blechreste. Aus dem kaputten Regenschirm bastelten sie mit Klebeband eine primitive Dusche. Mit den Steinen und dem Blech baute Ben mithilfe des Seils und der Metallhaken eine Feuerstelle vor dem Schuppen.

Schließlich breiteten sie die Decke auf dem verbliebenen Stück Boden im Schuppen aus und füllten den Plastikkübel mit gesammeltem Regenwasser.

Erschöpft, aber zufrieden betrachteten sie ihr Werk.

“Ganz schön gemütlich, oder?”, sagte Lisa mit einem müden Lächeln.

Ben lächelte zurück. “Für den Anfang reicht’s.”

Sie setzten sich an die Feuerstelle und aßen von den letzten Dosenravioli, die Lisa in ihrem Rucksack gefunden hatte.

Während sie aßen, erzählte Ben ihr von seiner Familie und seinem Traum, am Meer zu leben.

“Vielleicht können wir uns hier ein neues Zuhause aufbauen”, sagte er hoffnungsvoll. “Wenn wir zusammenhalten, schaffen wir das.”

Lisa nickte zustimmend.

Aber als sie in Bens entschlossenen Augen blickte, fragte sie sich unwillkürlich, ob er ihr wirklich alles erzählt hatte.

Liebe in den Letzten Tagen

Love in the Last Days

Lisa durchsuchte panisch die Schränke der verlassenen Tankstelle. Benzin war knapp, aber sie hatte den Kanister fast voll. Sie schnappte sich noch eine Rolle Toilettenpapier und steckte sie neben dem Kanister in ihren Rucksack. Draußen hörte sie ein Geräusch. War jemand da?

Schnell rannte sie zum Auto. Ein platter Reifen! Frustriert trat sie gegen den Wagen. Was jetzt? Sie kramte in ihrer Tasche und zog den Schlüsselbund heraus. Hoffentlich passte einer der Schlüssel auf die Radschrauben. Einer nach dem anderen probierte sie die Schlüssel aus. Endlich! Mit zitternden Händen wechselte sie den Reifen.

Als sie gerade fertig war, hörte sie wieder ein Geräusch. Diesmal näher. Lisa griff nach dem Baseballschläger, den sie unter dem Sitz aufbewahrt hatte. Vorsichtig spähte sie um die Ecke der Tankstelle. Ein Mann stand da. Er wirkte genauso verängstigt wie sie.

“Entschuldigung”, stotterte er. “Haben Sie vielleicht etwas zu essen?”

Lisa zögerte kurz. Dann holte sie aus ihrem Rucksack einen Müsliriegel hervor und reichte ihn ihm. “Danke”, sagte er und biss hungrig hinein. “Ich bin Ben.”

“Lisa”, antwortete sie.

Sie unterhielten sich stundenlang. Ben erzählte ihr, dass er auf dem Weg zu seiner Familie war, als die Katastrophe passiert ist. Lisa erzählte ihm von ihren Plänen, in den Norden zu fahren, wo es angeblich noch sicher sein sollte.

Schnell wurde ihnen klar, dass sie alleine keine Chance hatten. Zusammen beschlossen sie, nach Norden zu fahren. Unterwegs sammelten sie alles, was nützlich sein könnte: Seile, Werkzeug, Besteck und Medikamente.

Nach Wochen der Reise erreichten sie endlich die Küste. Der Himmel war grau und bedrohlich. Ben nahm Lisas Hand. “Ich glaube, wir haben es geschafft”, sagte er mit einem Lächeln.

Lisa erwiderte sein Lächeln. “Ja”, sagte sie, “vielleicht können wir hier ein neues Leben anfangen… zusammen?”

Ben sah sie ernst an. “Lisa”, sagte er leise, “ich muss dir etwas sagen.”

Lisa spürte, wie ihr ein kalter Schauer über den Rücken lief. “Was ist es, Ben?”

Ben öffnete langsam seinen Rucksack. Lisa starrte entsetzt auf das, was er herausholte.

Ist Ben etwa einer von ihnen?

Top 10 Verbs:

  1. sein (to be)
  2. haben (to have)
  3. gehen (to go)
  4. nehmen (to take)
  5. machen (to make)
  6. suchen (to look for)
  7. sehen (to see)
  8. sagen (to say)
  9. essen (to eat)
  10. kommen (to come)