Die seltsame Stadt

Deutsch als Fremdsprache

Lina lief durch die Straßen der fremden Stadt. Alles war so anders als zu Hause. Die Menschen sprachen eine Sprache, die sie nicht verstand, und ihre bunten Kleider waren ihr fremd. Lina fühlte sich klein und verloren in der Menschenmenge.

Sie sah Kinder spielen und Erwachsene lachen, aber sie konnte nicht mit ihnen sprechen. Sie wollte fragen, wo sie war, aber die Worte blieben ihr im Hals stecken. Traurig wanderte sie weiter, die hellen Lichter der Stadt blendeten sie fast.

Plötzlich entdeckte sie ein kleines Geschäft mit einem warm leuchtenden Schaufenster. Neugierig ging sie näher und sah eine Frau mittleren Alters hinter der Theke sitzen. Obwohl Lina Angst hatte, fasste sie sich ein Herz und zeigte auf ihren Mund, dann auf ihre Ohren und schüttelte den Kopf.

Die Frau, die sich als Greta vorstellte, lächelte freundlich und holte einen Stift und Papier heraus. Lina schrieb langsam: “Wo bin ich?”

Greta las den Zettel und schrieb etwas zurück. Lina reichte ihr Papier zurück. Darauf stand: “Du bist in Berlin. In Deutschland.”

Lina lächelte auf einmal. Sie war zwar immer noch weit weg von zu Hause, aber jetzt wusste sie wenigstens, wo sie war. Und vielleicht würde sie ja mit der Zeit sogar die fremde Sprache lernen.

“Wie heißt du?”, fragte Greta weiter.

Lina verstand die Frage nicht. Sie antwortete nicht.

Greta fragte auf Englisch: “What is your name?”

Lina antwortete.

Greta wiederholte Linas Antwort auf Deutsch.

Dann fragte Greta auf Deutsch: “Wie lange bist du schon hier?”

Lina verstand die Frage nicht. Sie antwortete nicht.

Greta fragte auf Englisch: “How long have you been here?”

Lina sagte: “Ich weiß nicht. Ich bin gerade angekommen, glaube ich. Ich erinnere mich nicht.”

Greta wiederholte Linas Antwort auf Deutsch.

Dann fragte Greta auf Deutsch: “Wohin gehst du?”

Lina verstand die Frage nicht. Sie zögerte einen Moment, dann fragte sie auf Englisch: “Welches Jahr ist es?”

Greta verstand sofort. Sie lächelte wieder und schrieb auf den Zettel: “2044.” Sie zeigte Lina den Zettel und sagte: “2044. Danke.”

Lina wusste jetzt nicht nur, wo sie war, sondern auch, wann. Ein kleines bisschen Hoffnung keimte in ihr auf. Vielleicht würde sie in dieser fremden Stadt doch noch ihren Platz finden.

Greta sah Linas Hoffnung und sagte: “Du kannst bei mir zu Hause bleiben, bis du dich hier zurechtfindest. Komm, ich zeige dir den Weg.”

Lina nickte dankbar. Sie hatte das Gefühl, dass sie in Greta eine Freundin gefunden hatte, die ihr in dieser seltsamen neuen Welt helfen würde.


Alle Personen und Ereignisse in diesem Werk sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen, lebenden oder verstorbenen Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.

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