Die Echo der Zeit

Ich stehe vor dem geisterhaften Schloss, begraben im Nebel, seine Türme wie schwarze Skelette gegen den dunklen Himmel ragen. Ein unheimliches Gefühl der Vorahnung kriecht mir in den Magen. Ich drücke auf den Türknauf, und die schwere Tür öffnet sich mit einem leisen Knarren.

Ein dumpfer Geruch nach Staub und Alter schlägt mir entgegen, als ich ins dunkle Innere trete. Die Luft ist feucht und kalt, und die einzigen Lichtquellen sind die fahlen Scheinwerfer meines U-Bootes, das vor dem Schloss liegt.

Ich kratze mit meiner Hand an der Wand, die mit Spinnweben bedeckt ist. Unter meinen Fingern spüre ich Unebenheiten und Ritzen, als ob die Wand etwas verbergen würde.

Ich folge einer schmalen Treppe in den oberen Stock des Schlosses. Die Stufen knarzen unter meinem Gewicht, und ich versuche, so leise wie möglich zu sein.

Oben angekommen treffe ich auf eine Frau, die halbnackt in einem zerrissenen Kleid ist. Sie ist blutverschmiert und sieht verängstigt aus.

“Wer sind Sie?”, fragt sie leise.

“Ich bin hier, um Ihnen zu helfen”, sage ich.

Sie schüttelt den Kopf. “Es ist zu spät”, sagt sie. “Sie werden nicht entkommen.”

Ich sehe sie an, und ihr Blick trifft mich wie ein Schlag. In ihren Augen sehe ich Angst, Verzweiflung und eine tiefe Traurigkeit.

“Kommen Sie mit mir”, sage ich.

Sie zögert, dann nickt sie.

Ich führe sie die Treppe hinunter und zurück zu meinem U-Boot. Wir steigen ein, und ich starte die Motoren.

Als wir wegfahren, blicke ich zurück auf das Schloss. Es taucht langsam in den Nebel ein, und ich kann nur noch seine Silhouette erkennen.

Wir fahren einen Moment lang in Stille, dann sagt die Frau plötzlich:

“Warum tun Sie das? Warum helfen Sie mir?”

Ich fahre fort, auf das Meer hinaus zu schauen. “Es ist nicht so einfach, wie Sie denken”, sage ich. “Ich bin mit dieser Sache verbunden.”

Sie starrt mich an, und ich kann sehen, dass sie noch mehr Fragen hat. Aber ich schweige.

Als wir auf das offene Meer hinausfahren, wird der Nebel dichter, und die Frau verschwindet aus meinem Blickfeld.

Ich schaue auf die Goldmünzen, die auf dem Boden des U-Bootes liegen, das Ergebnis einer kürzlichen Schatzsuche. Sie glänzen in der Dunkelheit, wie Augen in einem Totenschädel.

“Ist es das wert?”, frage ich mich.

“Ist es das wert, ein Teil dieser Geschichte zu sein, egal wie schmerzhaft sie auch sein mag?”

Ich weiß nicht die Antwort auf diese Frage. Aber ich weiß, dass ich nicht aufhören kann, diese Geschichte zu erzählen.

Last Updated on December 28, 2023
by DaF Books

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