Auf der Jagd nach gestohlenen Goldmünzen durchquere ich die Nacht, mein Auto heult auf der verlassenen Landstraße, der Wind pfeift um die Scheiben und die Bäume ragen wie Gespenster aus der Dunkelheit.
Ich parke das Auto an einer verfallenen Burgruine und steige aus, die Luft ist kalt und feucht, ich spüre, wie meine Haare zu Berge stehen. Ich folge einem schmalen Pfad, der sich durch den dicht bewachsenen Wald schlängelt, und blicke nach oben, wo die Burgruine in den nächtlichen Himmel ragt.
Die Tore sind verrottet, aber ich schaffe es, mich hineinzuzwängen. Der Innenhof ist voller Schutt und Geröll, und ich sehe eine Gestalt, die sich in den Schatten bewegt.
Ich folge ihr durch dunkle Gänge und Treppen, bis wir in einen großen Saal kommen. In der Mitte des Raumes steht eine junge Frau, sie ist leicht bekleidet und ihr Gesicht ist verängstigt.
Sie sagt, dass sie von Werwölfen gefangen genommen wurde und dass sie mich um Hilfe bittet. Ich zögere, denn ich weiß, dass Werwölfe gefährlich sind. Aber ich kann der Frau nicht einfach so im Stich lassen.
“Willst du mir helfen?”, fragt sie mich mit leiser Stimme.
“Ja”, antworte ich.
Sie lächelt und sagt: “Danke.”
Dann greift sie nach meinem Arm und zieht mich zu sich heran. Ihre Lippen sind warm und weich, und ich kann ihr Blut schmecken.
Sie flüstert etwas in mein Ohr, aber ich kann es nicht verstehen.
“Was hast du gesagt?”, frage ich sie.
Sie lächelt wieder und sagt: “Ich sagte, dass ich dich liebe.”
Ich bin überrascht, denn ich habe sie gerade erst kennengelernt. Aber ich kann nicht anders, als ihr zu glauben.
Plötzlich bricht sie in lautes Gekicher aus.
“Du bist so naiv”, sagt sie. “Ich habe dir doch gesagt, dass ich dich liebe.”
In diesem Moment höre ich ein heulendes Geräusch. Ich drehe mich um und sehe eine Gruppe von Werwölfen, die auf uns zurennen.
“Lauf!”, schreit die Frau.
Ich renne durch den Saal, die Werwölfe sind hinter mir her. Ich stoße die Frau um, damit sie schneller rennen kann.
Ich blicke zurück und sehe, dass sie von einem Werwolf gepackt wurde. Ich reiße mich los und renne weiter.
Ich erreiche die Tore der Burgruine und renne hinaus in die Nacht. Ich höre die Werwölfe heulen, aber ich weiß, dass ich in Sicherheit bin.
Ich fahre mit meinem Auto davon, und ich schaue zurück auf die Burgruine. Ich sehe noch einmal die Gestalt der Frau, sie lächelt mir zu und winkt mir.
Ist sie wirklich eine Werwölfin? Oder ist sie nur eine Täuschung?
Last Updated on December 28, 2023
by DaF Books