Der Fluch des Bibliothekars

Ich bin ein Bibliothekar, ein Wächter über Schätze des Wissens, ein Sucher nach Antworten in staubigen Regalen. Doch inmitten der stillen Ordnung, in den Schatten der Bibliothek, schlummerte ein Geheimnis, das meine Seele in die Dunkelheit reißen sollte.

In meinem Besitz war ein alter Foliant, dessen Schriften von dämonischen Künsten und verbotenen Gelüsten sprachen. Ich war fasziniert von der Macht, die in diesen unsichtbaren Zeichen verborgen war, und begann, sie zu entschlüsseln. Doch meine Neugierde war mein Verhängnis.

Als ich die letzten Worte des Manuskripts las, erhob sich ein dunkler Wind, der durch die Bibliothek fegte. Ein eisiger Schauer lief mir über den Rücken, als ich eine Gestalt aus den Schatten treten sah. Eine uralte Hexe, ihre Augen leuchteten wie Phosphor, ihre Zähne scharf wie Dolche.

Sie sprach zu mir in einer Sprache, die ich nicht verstand, doch ich spürte die kalte Macht ihrer Stimme, die in meine Seele fuhr. Sie verlangte nach Blut, nach dem Nektar der Jugend und des Wissens, und ich hatte keine Wahl, als ihr zu gehorchen.

Mit zitternden Händen schnitt ich mir in den Arm und hielt ihr die Hand entgegen. Sie leckte meine Wunde, und ein feuriger Strom durchfuhr mich. Mein Verstand wurde vernebelt, und ich stürzte in einen Alptraum aus Lust und Grausamkeit.

Ich sah die Stadt, die ich liebte, in Flammen aufgehen, und ihre Bewohner, die in blinder Gier nach Macht und Vergnügen tanzten. Die Dunkelheit und der Hunger der Stadt waren grenzenlos, und sie saugten an meiner Seele, bis ich nichts mehr als ein Schatten meiner selbst war.

Als ich wieder zu mir kam, war die Hexe verschwunden, und ich war allein in der dunklen Bibliothek. Die Bücher schienen zu flüstern, die Schatten zu tanzen, und ich wusste, dass ich niemals mehr frei sein würde.

Die Stadt war verloren, und ich war ihr Gefangener, gefangen im Bann der Hexe und der dunklen Seite meiner eigenen Seele.

Habe ich es verdient, so zu enden?

Last Updated on February 3, 2024
by DaF Books

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