Misstrauen und Bündnisse

Distrust and Alliances

Wochen der Unsicherheit vergingen. Lisa und Ben teilten sich die Insel widerwillig mit den Neuankömmlingen. Max, Sarah und Tom waren zwar gute Fischer und Jäger, aber ihr Verhalten blieb misstrauisch.

Nachts flüsterten sie oft hinter vorgehaltener Hand und betrachteten Lisa und Ben mit argwöhnischen Blicken.

Eines Abends fasste sich Lisa ein Herz. “Was wollt ihr eigentlich?”, fragte sie Max offen.

Max zuckte mit den Schultern. “Überleben”, antwortete er knapp. “Genau wie ihr.”

“Aber warum all das Misstrauen?”, hakte Ben nach.

Max schwieg, dann zog er Sarah beiseite und sprach leise mit ihr. Sarah nickte und ging zu ihrem Zelt.

Kurz darauf kam sie mit einer Tasche zurück und warf sie vor Lisas Füße. Darin lagen die Marmeladengläser, die sie einst am Strand gefunden hatten.

“Ihr habt uns ausspioniert”, stellte Lisa fest.

Sarah schwieg.

“Wir haben nur sichergehen wollen”, murmelte Max. “Ihr seid die ersten Menschen, die wir seit Monaten gesehen haben. Man weiß ja nie.”

Lisa und Ben tauschten einen Blick aus. Sie verstanden zwar das Misstrauen, aber die ständige Spannung war zermürbend.

“Wie wäre es mit einem Kompromiss?”, schlug Ben vor. “Wir teilen uns die Insel und die Aufgaben, aber jeder behält seinen eigenen Bereich.”

Max und Sarah überlegten kurz. “In Ordnung”, sagte Max schließlich.

Am nächsten Tag begannen sie, die Insel neu aufzuteilen. Ben nutzte die restlichen Metallplatten und den Kompass, um eine provisorische Sonnenuhr zu bauen. So konnten sie die Zeit besser einteilen.

Mit dem Segeltuch und den Stahlresten bastelte er außerdem einen kleinen Windschutz für ihr Feuer. Lisa half Sarah beim Fischen, während Tom mit den Jumper-Kabeln und dem Kerosene versuchte, den Außenbordmotor des Floßes wieder zum Laufen zu bringen.

Die Zusammenarbeit war zwar angespannt, aber effektiv. Langsam kehrte ein bisschen Normalität in ihr Leben auf der Insel zurück.

Abends saßen sie oft gemeinsam am Lagerfeuer und erzählten Geschichten aus ihrer Vergangenheit. Doch trotz der entspannteren Atmosphäre blieb ein Rest von Misstrauen hängen.

In den trüben Murmeln, die Sarah und Max manchmal betrachteten, schien sich immer noch ein Geheimnis zu verbergen. Was würden die nächsten Tage auf der einsamen Insel bringen? Würden sie Verbündete oder Feinde bleiben?

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